Dienstag, 23. Mai 2017

Vom konstruktiven Umgang mit Ohnmacht


Die Konfrontation mit der eigenen Ohnmacht ist ein bedrohliches Gefühl.
Aber sie ist auch ein Zeichen für das Mögliche, denn in der Handlungsunfähigkeit liegt der Appell die eigene Sichtweise zu verändern und zu erweitern.
Wenn wir uns ohnmächtig fühlen ist es hilfreich die Bedingungen der Ohnmacht zu erkunden.
Im ersten Schritt könnten wir uns fragen:
Wie kam es dazu?
Was habe ich selbst dazu beigetragen?
Was genau macht mich ohnmächtig?
Sind es äußere oder innere Bedingungen?

Im zweiten Schritt gilt es die das alte Leben, die alten Ziele, die Vorstellungen wie etwas zu sein hat und die bisherige Blickweise auf Probleme in Frage zu stellen.
Auf diese Weise kann es gelingen das schöpferische Potenzial, das durch die Ohnmacht blockiert ist, freizusetzen.

Montag, 22. Mai 2017

Lektionen




Malerei: AW

du denkst das universum hat endlich einsicht und schickt dir ein wunderschönes päckchen.
du machst es auf und bist glücklich. dann siehst du beim genaueren betrachten, dass scheisse drin ist. und du denkst, wieder verarscht.
aber so ist es nicht, das universum verarscht dich nicht. du kriegst solange diese art päckchen, bis du sie nicht mehr aufmachst, weil du die scheisse schon vorher riechst.

Sonntag, 21. Mai 2017

Leben mit einem Narziss ...



Malerei: Angelika Wende

Wie tief muss die Not eines Menschen sein, um andere zu demütigen und sich dadurch besser zu fühlen, für einen Moment.
Doch dieser Moment reicht nicht, reicht nicht aus um die Not zu lindern.
Und immer neue Momente.
Immer wieder demütigen.
Immer wieder entwerten. 
Immer wieder verletzen.
Laut und leise verletzen
Den Anderen.
Und sich selbst besser fühlen.
Besser?
Nicht mehr so klein innen.
Nicht mehr so leer innen.
Nicht mehr so einsam innen.
Nicht mehr so bedürftig innen.
Nicht mehr so voller Angst innen.
Nicht mehr so voller Schmerz innen. 
Ein Schmerz ohne Ende.
Leben mit einem Narziss ...

Samstag, 20. Mai 2017

Raus aus der Lähmung


Foto: AW

Stillstand im Leben entsteht oft aus einem Gefühl der Ratlosigkeit. Ratlosigkeit wiederum führt zu Motivationslosigkeit. Wie hoch unsere Motivation ist hängt davon ab, ob wir ein Ziel haben, für das es sich lohnt Energie aufzuwenden. Wer weiß, was er will, bringt auch Energie auf, das zu tun, was er will. Wissen wir hingegen nicht was wir wollen, haben wir keine Idee wie es weiter gehen soll. Dann fühlen wir uns schwach und gelähmt. Wir sind blockiert.

Sicher gibt es im Leben ausweglos erscheinende Situationen, in denen wir glauben, nichts geht mehr. Aber auch wenn eine Situation noch so ausweglos ist, es gibt immer einen Weg. Vielleicht nicht den, den wir uns erträumen oder wünschen, vielleicht nicht den großen Glückbringenden, den wir uns erhoffen – aber es gibt einen Weg, immer, so lange wir leben.
Bleiben wir jedoch in der Ratlosigkeit stecken bleiben wir genau dort wo wir sind. Und im schlimmsten Falle versinken wir im Sumpf der Tatenlosigkeit.
 

Was ist hilfreich um da raus zu kommen?
Frag dich nach deinen Zielen.
Frage dich, was du tun würdest, wenn du könntest wie du wolltest.
Und schreib es auf.
Schreib so viel auf, wie dir dazu einfällt, setze dir keine Begrenzungen mit deinem üblichen „Geht ja doch nicht“ oder „Das wird sowieso nichts“.
Dieses Denken ist wie eine Wand zwischen dir und dem Leben, die du selbst errichtest.
 

Versuche es: Schreib einfach alles auf, als ob es keine Begrenzungen gäbe und schau was passiert.
Wenn du es zulassen kannst, wirst du spüren, dass etwas ins Fließen kommt. Das ist ein erster kleiner Schritt, der eine wichtige Aufgabe hat: Du kommst für einen Moment in der Zeit aus der Lähmung heraus. Du bekommst wieder ein Gefühl für das, was möglich ist.

Wie sagte einst Hermann Hesse ...
"Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen."
Und so ist es.

Freitag, 19. Mai 2017

Realität



Foto: AW


"Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben." So lautet ein Zitat von Phillip K. Dick
Es gibt Leute, die glauben, dass Realität nur eine Konstruktion unserer Gedanken und inneren Glaubensmuster ist. Sie glauben sogar daran, dass sie Kraft ihrer Gedanken, die Realität zu ihren Gunsten verändern können.
Ich bin fest davon überzeugt, dass Realität unabhängig von unseren Überzeugungen und Glauben existiert. Denn das, was nur existiert, wenn oder weil wir daran glauben, ist keine Realität. Es ist eine Konstruktion von Realität.
Daher ist es sinnvoll sich der Realität zu stellen und sie als solche anzuerkennen, anstatt sich vozumachen, dass es sie nicht gibt und in der selbstgeschusterten Illusion von Realität hängen zu bleiben. Realität verschwindet nicht, wenn wir nicht daran glauben. Wir können was real ist nicht verschwinden lassen. Was wir beeinflussen können ist - WIE wir mit der Realität umgehen wollen. Und das bedeutet: Angemessenes Handeln, ob dessen was ist.

Dienstag, 9. Mai 2017

Wenn ich Dich denke ...





Wenn ich dich denke, ist es als blicke in einen Spiegel

Ich sehe meine Angst und meinen Mut

Ich sehe meine wirren Gedanken und meine tiefe Klarheit

Ich sehe meine innere Not und meine innere Stärke
Ich sehe mein Ganzes und meine Scherben

Ich sehe meine Zerrissenheit und meine Verzweiflung

Ich sehe meine Sehnsucht, meine Suche und meine Freude
Ich sehe mein Vertrauen und mein Misstrauen 
Ich sehe meine Vergangenheit und mein Jetzt
Ich sehe meine Wunden und mein Gold 
Ich sehe meine Neugier und meine Zweifel

Ich sehe mein Ringen nach Leben und meine Ohnmacht dem Sterben gegenüber

Ich sehe meine Obsession und meine Leidenschaft und mein Glück

Ich sehe meine Kraft, meine Zuversicht und meinen Glauben

Ich sehe meine Trauer, meinen alten und meinen neuen Schmerz
Ich sehe mein loderndes Feuer und meine kühle Asche 
Ich sehe meinen festen Boden und meine Bodenlosigkeit

Ich sehe meine Gaben, meine Wünsche und meine Träume

Ich sehe meine Liebe und meine Zärtlichkeit 

Ich sehe mich in meinem Hell und meinem Dunkel

in dir

durch dich

zu mir hin

zu dir hin ...



Für D.


Freitag, 5. Mai 2017

Ich mag Wahrhaftigkeit





Ich mag keine Spielchen

Ich mag keine Vielleichtchen
Ich mag keine Zweideutigkeiten
keine Unklarkeiten
keine Versprechen in Worten und dann Taten, die Worte Lügen strafen

Ich mag Offenheit
Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber
Ich mag Klarheit
Eindeutigkeit
Mut zu dem zu stehen was ist
auch wenn es weh tut
und es aussprechen
und kein Taktieren 
Ich mag Wahrhaftigkeit.