Sonntag, 14. Januar 2018

Pictures and Words


Gemälde: A.Wende

stories are told with words
pictures tell stories
a life time story is told with words
and it is told with pictures
words are clearer
are they?

we can play with words
we can use them for what we want to say and for what we don’t want to say
pictures leave a lot open
they leave room for association
pictures are made by hand (manually)
words are written by hand (manually)
words can create pictures
pictures can talk without words
pictures live in unconsciousness and come out of unconsciousness
pictures can be made by brain and they can be made by feelings and by heart
sometimes they all work together
best case
words can be told by brain and they can be told by feelings and by heart
best case
we need words to express how we think and how we feel
we need words to reach each other
to get into communication
words are spoken
words are written
on paper
on canvas
on wood
on everything the writer finds or wants
in the beginning was the word
we need pictures to express how we think and how we feel
we paint pictures to express what we cannot say with words
artists paint pictures
they say things without words
they talk through colour or material and artwork like installation or sculpture
to tell something
to communicate
to reach others
pictures are painted
on canvas
on paper
on wood
on everything the artist finds or wants
in the beginning there were symbols
to talk
to tell stories
to create memories of things that should not be forgotten
pictures are symbols
words are symbols
pictures talk
pictures remind us
pictures touch us
words talk
words remind us
words touch us
we need pictures
we need words
we are nothing without words and pictures
we are nothing without symbols

Mittwoch, 10. Januar 2018

Wenn die Liebe zu Ende ist



Zeichnung: A. Wende

 Wenn wir etwas verlieren, das uns die Welt bedeutete ist es schwer irgendetwas Gutes daran zu finden. Wenn wir verlassen werden, weil dem anderen die Liebe abhanden gekommen ist, ist es schwer das zu ertragen. Wir fühlen uns leer, ausgelaugt und völlig erschöpft von den Bemühungen den anderen dazu zu bringen uns nicht zu verlassen. Wir sind enttäuscht und traurig, dass man uns nicht so lieben konnte, wie wir es uns ersehnt haben und auch noch für immer.

Liebeskummer ist ein enormer Stress für die Seele. Sie ist wund, sie schreit, sie fühlt sich allein gelassen von Gott und der Welt und sinkt in ein tiefes Loch. Freunde können uns trösten, wir können Hilfe suchen bei einem Therapeuten, wir können Verständnis erfahren und Unterstützung um die erste Zeit der Trennung zu überleben, aber eins finden wir bei niemandem: Der Schmerz wird uns nicht abgenommen. Wir sind es, die ihn tragen müssen, die mit ihm leben müssen, die mit ihm in die Nacht gehen und mit ihm den Tag beginnen. Liebeskummer ist ein schlimmer Schmerz, er tut so weh, dass wir denken, er wird niemals vergehen und manchmal fühlt er sich sogar so an, dass wir denken, wir überleben ihn nicht. Ich weiß wie er sich anfühlt, dieser Schmerz, ich weiß, wie allein wir damit sind und ich weiß, wie sehr da der Wunsch ist - das soll endlich aufhören und die Hoffnung, der, der ihn uns zugefügt hat, möge uns davon erlösen.

Es ist meist nicht so. Der, der gegangen ist fort und wir erreichen ihn emotional nicht mehr. Aus ist aus. Das ist die bittere Realität. Noch bitterer ist es, wenn der andere uns wegen einer oder einem anderen verlassen hat. Da ist das Gefühl ausgetauscht worden zu sein, das Gefühl wertlos zu sein, das Gefühl weggeworfen worden zu sein, weil ein anderer Mensch besser, liebenswerter, schöner, weniger anstrengend, weniger kompliziert, verständnisvoller, erotischer, liebevoller ist als wir.
Aber all das ist nicht wahr.
Wahr ist: Liebe kommt, Liebe bleibt und Liebe geht.
Und das hat nichts damit zu tun, dass wir etwas falsch gemacht haben oder etwas an uns falsch ist. Es ist einfach so, dass im Laufe von Beziehungen Gefühle vergehen können. Manchmal einfach so, manchmal weil wir spüren, dass unsere Bedürfnisse oder wir selbst auf der Strecke bleiben und manchmal weil wir uns selbst und dem anderen etwas vormachen, was dann irgendwann zur bitteren Wahrheit wird: Es geht nicht mehr miteinander.

All das Fragen warum und wieso, all das Suchen nach Gründen, all das Analysieren der eigenen Fehler und der Fehler des anderen nützen nichts, ändern nichts, helfen nichts. Jedes hätte ich doch oder hätte sie/er doch, führt nur zu Selbstzerfleischung, Selbstanklage und zur Anklage des anderen und am Ende zu Schuldgefühlen, die wir abwechselnd uns selbst und dem anderen machen.

Es ist wie es ist: Es ist aus. Die Liebe ist tot, die uns verbunden hat und es gibt nichts, was sie wiedererweckt, denn gäbe es sie noch, gibt es noch einen Funken Liebe, dann ist da immer die Bereitschaft nicht aufzugeben und für ihr Wiederentfachen zu kämpfen.
Ich weiß das klingt hart für alle die gerade an Liebeskummer leiden.
Aber die Wahrheit ist manchmal hart. Und das ist es, was wir nicht annehmen wollen und können, denn wir sind Menschen und wollen glücklich sein und keine schmerzhaften Wahrheiten schlucken müssen. Wir wollen nicht leiden. Und doch wissen wir, dass es ein Leben ohne Leiden für keinen von uns gibt.

Ich weiß, auch das ist nicht hilfreich wenn man sich so beschissen fühlt, dass das Gefühl den Boden unter den Füßen verloren zu haben einen wie ein Sog in den Abgrund dieses schwarzen Loches zieht in dem man komplett den Halt verliert. Haltlos trudelt die wunde Seele und fürchtet sich vor dem Aufschlag, der sie vernichten wird, im Zweifel.

Ich hatte dieses Gefühl oft in meinem Leben. Ich kenne das Loch und die Angst vor dem Loch und die noch größere Angst wenn das Loch mich verschluckt hatte und - ich habe es überlebt.
Weil ich es wollte.
Ich hätte auch aufgeben können. Aber warum?
Weil eine Liebe tot ist?
Ist das ein Grund, auch wenn das unendlich weh tut?
Für mich nicht. Auch wenn sich Liebeskummer anfühlt wie ein kleiner Tod, ich bin nicht daran gestorben und viele andere auch nicht.

Es geht manchmal einfach ums Aushalten. Es gibt manchmal kein Pflaster und kein Mittelchen, das unseren Schmerz wegmacht. Wir haben keine andere Wahl als auszuhalten was ist.
Das ist eine schwere Übung, aber machbar, wenn man es will. Wenn man die Klarheit besitzt, nach all den durchweinten Tagen und Nächten, dass man das, was ist, nicht ändern kann, es nur aushalten kann. Aushalten in der Gewissheit: Es geht vorbei und ich überlebe es. Ich werde damit fertig, dass mich einer nicht mehr liebt und nicht mehr will. Es ist ein Drama und es geht nicht gut aus, aber es geht zu Ende. Und irgendwann wenn wir genug gelitten und genug ausgehalten haben können wir uns sagen: Lass los was du nicht ändern kannst und konzentriere dich darauf für dein eigenes Wohl zu sorgen! Wir können uns bewusst machen, dass wir mehr sind als dieser Liebeskummer, mehr als diese Verzweiflung und die Angst nie wieder einen zu finden, der uns liebt, wir sind am Leben, immer noch und wir haben immer noch Liebe in uns, unabhängig von dem, der sie von uns nicht mehr haben wollte. Wir haben es überlebt und vielleicht etwas Wesentliches gelernt und begriffen, was uns zuvor nicht mal in den Sinn gekommen wäre. Was das ist ist für jeden von uns etwas anderes. Aber es ist etwas Wertvolles, das wir auf unserem weiteren Lebensweg mit uns tragen werden.

Loslassen bedeutet von der Vorstellung Abschied zu nehmen wie das Leben nach meinen Wünschen verlaufen soll. Die Leere, das Loch, das Unbekannte ist ein Niemandsland, durch das wir ganz alleine gehen, das wir zuerst aufsuchen, bevor wir dem Neuen begegnen. Aber genau dieses Niemandsland, dieser leere Raum birgt unendliches Potenzial. Wenn wir es wollen.





Donnerstag, 4. Januar 2018

Die sinnlose Suche des missbrauchten Kindes nach Ersatzliebe



Malerei: A.Wende

Menschen, die in der Kindheit emotional oder körperlich missbraucht wurden, Menschen, die keine Liebe erhalten haben, hoffen ein Leben lang, endlich doch noch diese eine Liebe zu bekommen, die sie nie erfahren haben. Je weniger ein Kind geliebt wurde, desto mehr hängt es sich als Erwachsener an andere von denen es erhofft, endlich das zu bekommen, was die Eltern ihm verweigert haben. Der Erwachsene sucht in Ersatzpersonen eine Ersatzliebe, die das emotionale Loch füllen soll, das er spürt.

Je älter wir werden, je mehr Erfahrungen wir mit der Liebe machen, je mehr Hoffungen diese eine Liebe doch noch zu bekommen enttäuscht werden, je mehr Beziehungen scheitern, desto verzweifelter werden wir. Wir verlieren den Glauben daran, dass es Liebe für uns überhaupt geben kann. Wie auch, wo wir doch im Grunde nicht wissen, wie sie aussehen soll, wie sie sich anfühlt, weil man sie uns ja nicht gezeigt hat und wir sie nicht gefühlt haben.

Da wo das Gefühl von Liebe sein sollte ist ein Gefühl schmerzhaften Mangels, ein Mangel, der uns immer wieder in die Arme anderer treibt, die uns nicht geben können, was wir suchen, oft weil sie es auch nicht können. Wie auch? Die Liebe der Eltern ist nicht ersetzbar, denn die Liebe der Eltern ist eine bedingungslose Liebe, die ein Fremder, den wir uns vertraut machen, uns niemals geben kann.
Das zu erkennen ist schmerzhaft.
Es ist auch schmerzhaft zu erkennen, dass jede Suche im anderen eine unerfüllbare Sehnsucht bleiben muss. Wir müssen uns dieser unerfüllbaren Sehnsucht bewusst werden und unsere unbewussten Muster erkennen, die zum immer Gleichen führen, wir müssen erkennen, dass nur wir selbst uns dieses Bedürfnis nach bedingungsloser Liebe erfüllen können, indem wir uns selbst mit Achtung, Wertschätzung, Mitgefühl, Trost und Halt versorgen und bedingungslose Liebe zu diesem ungeliebten Kind, das wir waren und immer noch sind, entwickeln.

Das geht nicht mit Probieren und schon klappt das. Das geht nicht indem wir es wollen. Wir müssen sehr viel dafür tun. Dieses Tun dauert ein Leben lang. Tag für Tag ist es ein Tun, so als würden wir Tag für Tag unser eigenes Kind beeltern. Genauso wie wir es für unsere eigenen Kinder tun, müssen wir bereit sein unser inneres Kind zu bemuttern und zu bevatern und gut zu ihm, gut zu uns selbst sein. Wir müssen aufhören uns so zu behandeln wie man uns als Kind behandelt hat.
Wenn wir das alleine nicht schaffen können wir uns professionelle Hilfe holen, jemanden, der sich uns empathisch und liebevoll zuwendet und uns hilft dieses Kind zu sehen und es lieben zu lernen.

Wir haben keine andere Chance um den Mangel der Kindheit zu befriedigen, als ihn uns selbst zu erfüllen. Und dazu gehört uns von der unerfüllbaren Sehnsucht nach der nicht erhaltenen Liebe der Eltern endgültig und entschieden zu verabschieden. Wir müssen aufhören uns selbst zu bemitleiden, wir müssen aufhören zu fragen, warum es so war und nicht anders. Wir müssen einen radikalen Schnitt machen und anerkennen: Ja es war genau so, auch wenn ich es mir anders gewünscht habe.

Wir dürfen das bedauern und es betrauern, aber wir müssen aufhören sinnlos weiter zu hoffen und uns emotional zu stressen. Wir müssen lernen uns zu erlauben die wahren Emotionen gegenüber den missbrauchenden und lieblosen Eltern zuzulasssen. Wir müssen uns die so lange unterdrückten Emotionen wie Wut und Schmerz eingestehen und die Angst überwinden wir seien schlechte Kinder, wenn wir die Eltern nicht lieben können. Wir müssen aufhören Entschuldigen für sie zu suchen und uns nicht mehr zwingen verzeihen zu wollen, was unverzeihlich ist - es ist unverzeihlich einem Kind emotionale oder körperliche Gewalt anzutun. Wir dürfen uns nicht weiter etwas vormachen, obwohl unsere Seele die Wahrheit weiß. Das ist Selbstbetrug, der uns selbst schadet.
Erst mit dem Anerkennen dessen was wirklich war, erst mit dem Anerkennen der wahren Gefühle und erst wenn wir aufhören diese wahren Gefühle zu ignorieren, können wir abschließen mit dem, was nicht mehr zu ändern ist und mit dem beginnen, was jetzt zu ändern ist.












Dienstag, 2. Januar 2018

Sich-Geschehen-Lassen




Was gehört zu mir, und was nicht?
Wer bin ich?
Was ist mein Selbst?

Gute Fragen, schwere Fragen.
Fragen, die ich in der Praxis oft höre.
Fragen, die je nach Lehrbuch und Konstruktionen vielerlei Antworten finden.

Worum geht es wenn diese Fragen auftauchen?
Es geht darum uns zu verstehen, warum ich bin wie ich bin. Zu wissen, warum ich so und nicht anders bin.  Zu wissen, was mich ausmacht. Zu wissen, was ich will. Zu wissen, wer ich selbst bin?
Wer ist das denn, dieses wahre Selbst?
Die Psychoanalyse ist voll von Konstruktionen über das was es ist, dieses Selbst, jedoch, keiner hat es je gesehen und alles was wir darüber lesen können sind Erfahrungen, Gedanken und Thesen kluger Menschen.

Dieses Selbst ist ein so hochgehängter Begriff, der was eigentlich erklären soll?
Wer ich wirklich bin, wenn ich alles abschäle, was da in mir haust an Teilpersönlichkeiten, an Bewusstem und Unbewusstem. Das Selbst ist im Grunde nichts anderes als die Mitte unserer Persönlichkeit, um es einmal ganz einfach zu sagen. Es ist der Teil in uns, der da ist seit Anbeginn an, als noch keiner an uns herumgebogen und gezogen oder sonstwas mit uns gemacht hat. Wie er war, daran erinnere ich mich nicht. Jemand von Euch etwa?
Das Selbst ist ein numinoses Etwas an das ich im Laufe der fortschreitenden Entwicklung nicht mehr herankomme oder nur sehr schwer. Es ist der Teil, den wir alle, die auf dem Weg sind, suchen.
Und trotz Suchens finden wir ihn nicht oder wir bekommen eine leiese Ahnung oder wir verlieren ihn immer wieder oder immer mehr.

Wie wäre es damit?
Ich bin das Ganze.
Ich bin das Ganze, auch wenn ich es nicht exakt definieren und analysieren kann.
Ich muss das auch nicht. Es genügt mich zu fühlen und zwar als Ganzes.
Denn genau dann, wenn ich das kann und zulasse was ich da alles fühle, komme ich zur gefühlten Erkenntnis, dass sich da zwar eine ursprüngliche Einheit meiner Psyche in Teilaspekte aufgliedert, sich dann aber wieder zu einem komplexen System zusammenfügt - zur Ganzheit nämlich.

Bevor wir also verbissen zu diesem Selbst hinstreben, wäre es doch sinnvoller zu fühlen, wer wir im Ganzen sind, mit allem, was wir sind und mit allem was uns ausmacht. Wer wir sind mitsamt den eigenen Möglichkeiten und mitsamt den eigenen Schwierigkeiten.
Das ist ein wichtiger Schritt hin zu uns selbst, sprich zum Sich-Selbst-Annehmen.
Das Werden zu dem, der ich bin, ist im Grunde gar nicht so schwer, wenn ich mich selbst annehmen kann, denn dieses Sich-Annehmen hat viel damit zu tun sich geschehen zu lassen.
Sich-Geschehen-Lassen.
Und das bedeutet nicht der total entspannte, vor Gelassenheit strotzende, glückliche Mensch zu sein, der keine Probleme mehr hat. Das Werden zu dem, der wir sind, heißt nicht, dass wir keine Schwierigkeiten mehr haben und keine Neurosen mehr und keine Ängste mehr oder dass wir unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit ein für alle Mal erlöst haben: Es bedeutet nichts anderes als sich selbst wahrzunehmen mit allen Aspekten der eigenen Persönlichkeit und diese zu integrieren, anstatt sie abzuspalten. Das bedeutet auch: Es geht nicht darum, Gefühle zu bekämpfen, zu verdrängen, zu dissoziieren, sondern darum einen Weg zu finden, mit ihnen präsent zu sein.
Das verstehe ich unter einem menschlichen Reifungsprozess.